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Safety Gate Bericht 2025: Spielwaren und Online-Marktplätze im Visier

10.03.2026


Die Europäische Kommission hat ihren Jahresbericht zum Schnellwarnsystem «Safety Gate» für 2025 vorgelegt. Mit insgesamt 4‘671 Warnmeldungen wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Besonders im Fokus stehen erneut Spielwaren sowie der unkontrollierte Import über Online-Plattformen aus Drittstaaten.

Der Kampf gegen unsichere Produkte in Europa hat 2025 massiv an Fahrt aufgenommen. Die Anzahl der Warnmeldungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13 % auf einen historischen Rekordwert. Parallel dazu wuchs die Zahl der Folgemassnahmen (wie Produktrückrufe oder Importstopps) um 35 % auf 5‘794 Interventionen.

Die am häufigsten gemeldeten Produktkategorien:

  1. Kosmetika: 36 %

  2. Spielwaren: 16 %

  3. Elektrogeräte: 11 %

Bei den Spielwaren bleiben chemische Risiken (insbesondere verbotene Phthalate und Weichmacher) mit 53 % aller Meldungen die Hauptursache für Beanstandungen, gefolgt von Verletzungs- (14 %) und Erstickungsrisiken (9 %).

DVSI und TIE: Das Problem liegt bei den Plattformen, nicht bei den Marken

Auf Anfrage und in aktuellen Stellungnahmen (u.a. via DVSI) wird deutlich, wo das eigentliche Sicherheitsrisiko liegt. Die Daten zeigen eine klare Zweiteilung des Marktes:

  • Online-Marktplätze im Fokus: Mittlerweile stammen 38 % der gemeldeten Spielwaren direkt von Online-Marktplätzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.

  • Asiatische Plattformen vs. Weltmarken: Der DVSI und der europäische Verband TIE betonen, dass die beanstandeten Produkte fast ausschliesslich von unbekannten Anbietern aus Drittstaaten (vornehmlich asiatische Direct-to-Consumer-Plattformen) stammen. In einem aktuellen Testkauf-Szenario von TIE (2025) waren 86 % der bei Drittstaaten-Verkäufern auf Online-Plattformen gekauften Spielzeuge gefährlich und entsprachen nicht den EU-Sicherheitsnormen.

  • Sicherheit der Markenartikel: Im Gegensatz dazu tendiert die Quote bei etablierten Weltmarken und verantwortungsbewussten europäischen Herstellern gegen Null. Catherine Van Reeth (TIE) stellte klar: «Unsichere Spielzeuge, die in der EU gemeldet werden, stammen nicht von seriösen Unternehmen, die sich an die Regeln halten, sondern von Akteuren, welche die Gesetzgebung schlichtweg ignorieren.»

Neue Regeln für den digitalen Handel

Um diese Lücke zu schliessen, setzt die EU auf die neue Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR). Bis Ende 2025 haben sich bereits über 1‘200 Online-Marktplätze im Safety-Gate-Portal registriert, um schneller auf Warnungen reagieren zu können. Dennoch fordern Verbände wie der DVSI und der SVS weiterhin eine striktere Durchsetzung der Kontrollen an den Aussengrenzen und eine stärkere Haftung für Plattformbetreiber, um den unfairen und gefährlichen Wettbewerb durch Billigimporte einzudämmen.

Der Bericht unterstreicht, dass das hohe Sicherheitsniveau der hiesigen Markenbranche durch unkontrollierte Direktimporte untergraben wird. Für den Fachhandel bleibt die Herkunftssicherung und die Zusammenarbeit mit geprüften Markenherstellern das wichtigste Argument für die Sicherheit der Konsumenten.

Quelle: Safety Gate Bericht


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